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John Whittlesea

Können Sie erläutern, was unter „Einhaltevorrichtung“ zu verstehen ist?

Author: John Whittlesea, Technical support manager


20th Jan 2014


Die als Einhaltevorrichtung bezeichnete Arretierung, ein Merkmal vieler unserer Schienenserien, ist eine Einwärtsbiegung am Ende des Auszugsprofils. Beim Schließen der Schiene läuft sie über eine entsprechende Kontur eines schrankmontierten Formteils.

Die dadurch entstehende geringfügige Reibung verhindert, dass sich die Schiene von selbst öffnet. Zum Öffnen des Auszugs muss der Benutzer etwas Zugkraft (ca. 5-7 N) aufbringen.

Dieses Merkmal ist für statische und einige mobile Anwendungen geeignet; wenn jedoch eine Einheit mit einiger Kraft umherbewegt wird, könnte die Schwerkraft oder eine Zentrifugalkraft die Einhaltekraft überwinden und den Auszug öffnen.

Helle Kinning

Intelligente Lifestyle-Lösungen: Häfele Functionality

Author: Helle Kinning, Marketing and distribution support specialist


2nd Jan 2014


Accuride nutzte die Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch mit Herrn José Lorca in der Häfele-Zentrale Nagold bei Stuttgart. Herr Lorca ist der Leiter Produktmanagement.

Im B2B-Sektor wird viel über soziale Medien gesprochen und auch darüber, wie sie vorteilhaft genutzt werden könnten – dasselbe wie auf dem B2C-Markt. Wie steht Häfele zu diesem Thema? Benutzen Sie sie, um mit Ihren bestehenden und neuen Kunden zu kommunizieren? Wie behalten Sie Nachrichten weltweit unter Kontrolle, und was springt für Sie dabei heraus?

Häfele hatte bereits in den 1990er Jahren den „Easy-Link“ Webshop, der damals für den B2B-Markt ziemlich neu war.

Die sozialen Medien sind ein Megatrend und bieten Häfele selbstverständlich enormes Potenzial.

Wir sehen unsere Profile in sozialen Netzwerken als Möglichkeit zur Erweiterung unseres Dienstleistungsangebots und zum Gespräch sowohl mit neuen als auch bestehenden Kunden.

Häfele als Organisation nutzt soziale Medien weltweit, und wir können den Bedürfnissen unserer Kunden zuhören und entsprechend reagieren, wo immer sie sind.

Hat Häfele während der kürzlichen Rezession neue Geschäftschancen gesehen, und wie haben Sie davon profitiert?

Das war für viele eine schwere Zeit.

Diejenigen, die aber Ersparnisse haben, möchten sie lieber in etwas von Bestand investieren: etwas, das man im täglichen Leben gebrauchen kann, anstatt dazusitzen und abzuwarten, was geschieht.

Daher beschlossen sie, ihr Geld beispielsweise für eine neue Einbauküche auszugeben, oder bauten sie gar zu Hause aus.

Welche neuen Möbel-/Haus-/Bautrends und -designs kommen in Deutschland auf? Wie reagiert Häfele auf sie? Folgt Häfele den Trends oder werden völlig neue geschaffen? Verfügt Häfele über spezielle Forschungs-/Neuproduktentwicklungsteams?

Der Trend der letzten vier bis fünf Jahre bestand darin, verschiedene Aspekte des Wohnraums – beispielsweise Küche und Wohnzimmer – miteinander zu verknüpfen.

Es ist zu einem sozialen Wandel gekommen – das Leben ist nicht so scharf abgegrenzt, wenn Sie wissen, was ich meine. Wer von zu Hause aus arbeitet, will ein praktisches Büro haben, das bei Bedarf in ein Wohn- oder Schlafzimmer verwandelt werden kann.

Gleichzeitig wird Platz immer teurer. Menschen ziehen vom Dorf in die Stadt, wo ebenfalls wenig Platz vorhanden ist; daher können wir sehr intelligente und kompakte Designlösungen für jedes Zuhause anbieten. Beispielsweise kann ein Büroschreibtisch in Sekundenschnelle in ein Bett verwandelt werden!

Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass wir die Trends schaffen und ihnen nicht bloß folgen.

Die Wende kam auf der Interzum 2007, als wir damit begannen, unsere Produkte in Lifestyle-Umgebungen zu zeigen. Wir bauten lebensnahe Szenarien eines Schlafzimmers oder einer Küche auf, wobei alle Komponenten geschickt zur Schau gestellt wurden. Besucher kamen zu unserem Stand und konnten sich leicht vorstellen, wie dies bei ihnen zu Hause aussehen könnte. Wir begannen, nicht nur ein Produkt, sondern intelligente Lifestyle-Lösungen anzubieten. Wir nannten es „Häfele Functionality“.

Häfele unterhält seine eigenen Produktentwicklungsteams und Werke. Dieses Jahr feiern wir unser 90-jähriges Bestehen und haben wir einen weltweiten Umsatz in Höhe von 1 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Wie lautet Ihre Lieblingsinnovation von Häfele und warum?

Oh, davon gibt es etliche!

Eine von ihnen ist dieser Büroschreibtisch, der magisch zu einem Bett wird, außerdem unser neuer scharnierloser Hochklappbeschlag namens ‚Free flap’.

Sie müssen ganz einfach unsere Messestände besuchen, um die Konzepte für sich selbst zu sehen. Bei ihnen handelt es sich um sehr unkomplizierte und einfach installierbare Systeme – die smartesten Dinge des Lebens sind aber oft einfach!

Eröffnen sich völlig neue Märkte, in denen Häfele tätig sein möchte?

Auf jeden Fall Osteuropa, Indien, China und die Türkei. All diese Märkte wachsen schnell und bieten Chancen, die wir uns nicht entgehen lassen können.
Insofern würde ich sagen, dass Dialock, unser elektronisches Schließsystem, neue Märkte eröffnet hat, in denen wir zuvor nicht tätig waren.

Wie wappnen Sie sich strategisch, um hochwertige Produkte wie die Ihren gegen den Ansturm der Billigkonkurrenz aus Fernost zu schützen?

EU-Gesetzgebung, die bestimmte Qualitätsnormen und Produktlebensdauer-Garantien vorschreibt, unterstützt die Beibehaltung von Qualitätsstandards.

Unternehmen müssen jedoch clever und scharfsinnig sein. Selbstverständlich patentieren wir unsere Innovationen und investieren wir in die Entwicklung. Um zu überleben, muss man der Konkurrenz stets einige Schritte voraus sein.

Auf den Markennamen, und wofür er steht, kommt es wirklich an. Kunden wollen sich sicher fühlen, wenn sie kaufen, und dem Unternehmen, bei dem sie kaufen, auch vertrauen. Außerdem gehen wir bei der Auswahl unserer Geschäftspartner und Zulieferer – wie z. B. Accuride – vorsichtig vor.

Treten neue Gesetze in Kraft, aus denen Häfele Nutzen ziehen könnte?

Ab dem 1. Juli muss bescheinigt werden, dass Bauprodukte die EU-Normen* erfüllen und dass sie befolgt werden.

Fertigungsunternehmen müssen eine Leistungserklärung für den Endabnehmer abgeben, die den Qualitätsstandard sicherstellt.

Worin bestehen, in Ihrer Rolle, die Absichten und Ziele für Häfele?

Ich bin schon seit vielen Jahren bei Häfele. Ich bin gerne Innovator und jemand, der Innovationen vorantreibt. Meine Motivation ist, zufriedene Kunden zu sehen und zu besseren Möbel- und Baubeschlaglösungen beizutragen (breites Lächeln).



*EU-Bauproduktverordnung 305/2011/EWG.

Helle Kinning

Geschäftschancen – ein wachsender Markt in Indien

Author: Helle Kinning, Marketing and distribution support specialist


30th Oct 2013


Als viele Engländer und Inder gebannt auf den Fernseher schauten und sich die Kricket-Ashes-Serie ansahen, konnte sich Accuride kurz mit seinem örtlichen indischen Vertriebspartner VRVS aus Hyderabad unterhalten. Herr V. B. Manoj gab uns ein kurzes Update zum rasant wachsenden Markt in Indien.


Herr Manoj, schildern Sie uns bitte kurz die Geschichte Ihres Unternehmens: in welchen Sektoren sind Sie tätig, und welche Produkte verkaufen Sie?

Wir haben 3 Geschäftsbereiche. Erstens vertreiben wir diverse elektrische Bauteile, zweitens übernehmen wir Aufträge und drittens fungieren wir als Betriebs- und Wartungsunternehmen. Wir bieten technische Dienstleistungen und beschäftigen rund 500 Mitarbeiter; ich habe jedoch vor, das Unternehmen auf eine neue Ebene zu heben und hoffentlich rund 2000 Mitarbeiter zu haben.


Das ist sehr ehrgeizig! Welche sind die wichtigsten Wachstumsbranchen und -märkte in Indien? Hat sich in den letzten 5 Jahren ein Wandel vollzogen?

Ich glaube, dass das gegenwärtige BIP-Wachstum rund 6 % beträgt. Die Wachstumsbranchen sind Energie, Verbrauchereinzelhandel, weiße Güter, Infrastruktur und Hausbau. Ich sage Ihnen aber, dass in Indien fast alles wächst! Wenn ich das so ausdrücken darf, ist es quasi ein „neues China“, wobei jedoch ein Großteil der Fertigung für den rasant wachsenden lokalen Markt und nicht nur für den Export bestimmt ist.

Das bringt mich zur nächsten Frage: warum würden ausländische Unternehmen nach Indien kommen? Geht es allein um kostengünstige Arbeitskräfte?

Ja und nein. Die Lohnkosten sind selbstverständlich attraktiver als Mitteleuropa, wie ich aber sagte, deckt ein Großteil der Produktion tatsächlich die lokalen Marktbedürfnisse. Die größte Altersgruppe in Indien ist die 25-40-Jährigen, wobei es sich offensichtlich um das produktivste Erwerbsalter handelt; daher haben wir die richtigen Arbeitnehmer.


Worin bestehen die größten sozialen und kulturellen Unterschiede, sagen wir zwischen Indien und Westeuropa? Zum Beispiel …?

Networking, Networking, Networking! Connections sind wichtig. Meiner Meinung nach ist Indien eigentlich äußerst konservativ. Wir haben viele Fertigungsbetriebe und sind der weltgrößte Stahlproduzent.

Ein weiterer Unterschied ist das Internet, das allgemein nicht so intensiv wie in Europa genutzt wird. Die Nutzung wächst, aber nicht jeder hat Zugriff.

Der wichtigste Einrichtungsgegenstand in Indien ist … der gute alte Fernseher! Selbst wer in ärmlichsten Verhältnissen lebt, hat einen Fernseher in der Ecke. Das bringt mich zum nächsten gewaltigen Unterschied zwischen Europa und Indien: die B2B-Märkte werben im Fernsehen, in Europa aber zielt es hauptsächlich auf den Verbrauchermarkt ab.

Das Fernsehen hat auch das Kaufverhalten verändert, und infolgedessen kaufen immer mehr Menschen online.

Welchen Rat würden Sie, als Einheimischer, westlichen Unternehmen erteilen, die am Handel in Indien interessiert sind?

Wir haben ein riesiges Marktpotenzial und neue Märkte. Warum also nicht ein Produkt für den lokalen Markt herstellen, das es vielleicht noch nicht in Indien gibt? Hierin besteht eine vorzügliche Chance.

Sie sind ein wirklich begeisterter Mensch, wie lautet Ihr Lebensmotto?

Gut sein und Gutes tun!

VRVS Electrical Solutions Pvt Ltd
www.vrvsonline.com

Sue Witkowski

Ist Ihr Heimbüro so bequem, wie es sein sollte?

Author: Sue Witkowski, Marketing services manager


15th Oct 2013


Womöglich arbeiten Sie von zu Hause aus, haben Sie Kinder, die Videospiele spielen, oder einen Arbeitsplatz in einer freien Ecke. Es ist ungewöhnlich, einen Schreibtisch und einen Stuhl zu finden, die allen Familienangehörigen zusagen, und oft werden Laptops oder Spielkonsolen auf dem Sofa sitzend benutzt.

Wir alle müssen uns bequem fühlen. Ich weiß, dass ich sehr steif werde, wenn ich zu lange in einer Position sitze. Wenn ich krumm auf dem Sofa sitze, bekomme ich Nacken- und Rückenschmerzen.

Es ist klar, dass eine schlechte Haltung Rückenprobleme verursachen kann, es könnten aber andere, mit dem Nacken, den Armen, Händen und Augen zusammenhängende Beschwerden auftreten.

Beispielsweise kann die Durchblutung allein dadurch eingeschränkt werden, dass man auf die Kniekehle und Oberschenkelunterseite drückend sitzt – denken Sie darüber nach, wie sich dies auf kleine Kinder auswirkt, die auf Ihrem Bürostuhl sitzen, wobei ihre Beine ohne jede Abstützung baumeln.

Gerötete Augen oder Kopfschmerzen sind weitere Folgen von schlechter Positionierung eines Bildschirms oder schlechter Beleuchtung.

Ein in Ihrer Arbeitsumgebung befindlicher Computer unterliegt normalerweise den mit Bildschirmgeräten zusammenhängenden Arbeitsschutzvorschriften. Wie viele von uns denken aber hieran, wenn wir einen PC oder Laptop für daheim kaufen?

Ist Ihr Heimbüroschreibtisch und -arbeitsplatz für die ganze Familie geeignet?

Wir sagen nicht, dass die Vorschriften auf Sie zu Hause zutreffen (es sei denn, Sie sind als Heimarbeiter angestellt; in diesem Fall beziehen Sie sich auf die Arbeitsschutzrichtlinien Ihres Arbeitgebers). Es ist jedoch sinnvoll, sicherzustellen, dass Ihre Familie bei Benutzung eines PCs, eines Laptops oder einer Spielkonsole daheim keinem Risiko ausgesetzt ist.

Gewisse Planung ist erforderlich, damit der Computer für ein 5 Jahre altes Kind ebenso wie für einen Erwachsenen komfortabel ist.

Es folgen einige Tipps....

Stellen Sie die Stuhlhöhe so ein, dass Ihre Füße flach auf dem Boden sind. Dadurch wird ein Winkel von 90 ° am Sprunggelenk, an den Knien, Hüften und Ellbogen beibehalten. Die Arme sollten in einer verhältnismäßig entspannten Position von der Schulter herabhängen, sodass die Unterarme nahezu horizontal sein und die Handgelenke eine neutrale Position einnehmen können. Ihr Kreuz sollte möglichst abgestützt sein; verlagern Sie jedoch Ihre Position regelmäßig oder stehen Sie auf und bewegen Sie sich umher, damit Sie nicht steif werden.

Achten Sie auf eine neutrale Haltung der Handgelenke. Ein übertriebenes Auf- oder Abwärtsbiegen der Handgelenke zum Erreichen der Tastatur ist zu vermeiden. Die ‚Pos1’-Zeile der Tastatur sollte sich in etwa auf einer Höhe mit Ihren Ellbogen befinden. Stützen Sie Ihre Handgelenke nicht auf dem Schreibtisch ab und winkeln Sie die Tastatur nicht an.

Um dies zu korrigieren, ändern Sie die Höhe Ihres Stuhls oder Schreibtisches. Wenn Ihnen diese Einstellung nicht möglich ist, kommen eine höhenverstellbare Tastaturschublade und Fußstütze in Betracht.

Lassen Sie die Füße Ihrer Kinder nicht mitten in der Luft baumeln – benutzen Sie eine Kiste oder einen niedrigen Hocker als Fußstütze.

Positionieren Sie die Maus in Tastaturnähe. Positionieren Sie sie in der Nähe, wobei sie einfach erreichbar ist, damit Ihre Schulter und Ihr Arm entspannt bleiben. Eventuell wollen Sie auch die Möglichkeit haben, die Maus beiderseits der Tastatur zu benutzen.


Halten Sie den Bildschirm etwa 600 mm von Ihrem Gesicht entfernt. Wenn Sie richtig sitzen und geradeaus nach vorne schauen, sollten Sie auf die Oberkante des Monitors schauen. (Ein Telefonbuch macht einen sehr guten Bildschirmständer bzw. eine vorzügliche Fußstütze.)

Wenn Ihr Schreibtisch zu schmal ist, können Sie einen Tastaturarm oder eine Tastaturschublade dazu benutzen, sich weiter vom Bildschirm weg zu bewegen.

Versuchen Sie, unerwünschte Blendwirkung des Bildschirms dadurch zu reduzieren, dass Sie die Beleuchtung repositionieren.

Laptops

Sie haben den ganzen Arbeitstag an einem Computer sitzend verbracht. Dann kommen Sie nach Hause und legen den Laptop auf den Schoß oder auf den Kaffeetisch. Oder Sie sind geschäftlich unterwegs und benutzen den Laptop in Ihrem Hotelzimmer.

Ich wette, dass, wo immer Sie einen Laptop benutzen, Sie über ihn gebeugt sind. Dabei sind Ihre Schultern hochgezogen und Ihre Hände alles andere als entspannt auf der Tastatur.

Investieren Sie doch in einen Schreibtisch und einen Stuhl. Stellen Sie Ihren Laptop auf einen Ständer und benutzen Sie eine separate Tastatur und Maus. Dies trägt dazu bei, dass die richtige Bildschirmhöhe erzielt wird und alle Komponenten in eine für Sie viel benutzerfreundlichere Position gebracht werden.
Wenn Sie sich auf einem Sofa entspannen, stellen Sie womöglich fest, dass ein Laptop-Tisch oder eine Laptop-Ablage für Sie bequemer ist.

Videospiele

Gamer spielen Videospiele oft mit nach vorne geschobenem Kopf und gerundeten Schultern.

Wenn Sie – oder Ihre Kinder – Computerspiele spielen, dann lohnt es sich wahrscheinlich, in einen besseren Stuhl oder Lordose- oder Armstützen zu investieren. Diesbezüglich ist das Internet eine gute Informationsquelle, und die Kosten dieser Gegenstände stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten der Spielgeräte oder zur Gesundheit Ihrer Familie.

Bedenken Sie abschließend, dass selbst eine ‚ideale’ Haltung unangenehm wird, wenn sie lange Zeit unverändert beibehalten wird.

Das Internet enthält fachkundigen Rat über gute Haltung und ergonomische Produkte. Für weitere Informationen können Sie sich auch auf die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz beziehen. https://osha.europa.eu.

Images courtesy of Sixninepixels and Stuart Miles at FreeDigitalPhotos.net

Helle Kinning

Global denken, lokal handeln; eine Unternehmensstory aus der Schweiz

Author: Helle Kinning, Marketing and distribution support specialist


30th Sep 2013


An einem sehr heißen Sommernachmittag fuhr ich in die Schweiz, um die Fa. HW-TEC zu besuchen, die sich dort um den Industriemarkt kümmert. Ich sprach mit ihrem neuen Geschäftsführer Patrick Nauer und dem regionalen Verkaufsleiter und Ingenieur Beat Schwizer.

Bitte stellen Sie sich vor.

Wir sind ein 30 Jahre altes Familienunternehmen im Privatbesitz. Wir sind in den Bereichen Verpackungs-, Maschinen-, Medizin-, Automobil- und Robotertechnik sowie in der Automationsindustrie tätig.

Wie entscheiden Sie, mit welchen Unternehmen Sie als Partner zusammenarbeiten und welche Produkte verkauft werden? Warum Accuride?

Die Unternehmen müssten dieselbe Leidenschaft, Einstellung und Produktqualität wie wir haben. Wir beschlossen, mit Accuride zusammenzuarbeiten, weil wir bereits mit Rollon-Linearsystemen arbeiten und Accuride die bestehenden Produktlücken füllte.

Sie verfügen über ein beeindruckendes und großes „Quick Ship“-Programm mit ab Lager erhältlichen Schienen, das bestens in unser Qualitätssortiment passt. Kurze Lieferzeiten sind wichtig, werden wichtiger und sind ein entscheidender geschäftlicher Faktor.

Auch die Mitarbeiter Ihres Unternehmens machen den Unterschied; es wäre schwer, täglich mit Menschen zu tun zu haben, mit denen man nicht auskommt.

Weist der schweizerische Markt im Vergleich zu anderen EU-Ländern bestimmte Unterschiede auf? Zum Beispiel Kultur, Marktsektoren, Gesetze?

Ja, im Vergleich zu anderen EU-Ländern haben wir einige Besonderheiten. Ich würde ganz allgemein sagen, dass der schweizerische Markt für die Herstellung von sehr speziellen feinmechanischen Maschinen mit sehr hoher Qualität und Präzision bekannt ist.

Beispielsweise hat jeder von unseren berühmten schweizerischen Uhren gehört, wir sind aber auch für Roboter-Handlingsysteme für den medizinischen Markt bekannt. Ich würde ferner sagen, dass die Schweiz – in Anbetracht ihrer Größe – mehr technische Unternehmen als anderswo in Europa hat.

Ebenfalls anders – beispielsweise im Vergleich zu England – ist, dass wir 26 Kantone (Mitgliedstaaten des Bundesstaates) in der Schweiz haben, wobei jeder seine eigene Verfassung, Legislatur, Regierung und Gerichte hat. Wenn Sie also viel Geld haben, können Sie sich überlegen, in welchem Kanton Sie wohnen möchten – je nachdem, wie viel Steuern Sie zahlen wollen ...

Ja, viele Europäer denken, dass alle Schweizer Millionäre sind.

Naja (er lacht), das ist so, weil wir sehr hart und lange arbeiten. Man sieht zumeist nur den äußeren Glanz, nicht all die harte Arbeit, die im Hintergrund geleistet wird. Aber leider sind wir nicht alle Millionäre!

Hat sich die globale Rezession auch auf schweizerische Unternehmen ausgewirkt?

Ja, ganz bestimmt. Wir müssen exportieren – unser eigenes Land und unser eigener Markt sind nicht sonderlich groß. Einige schweizerische Unternehmen exportieren 90-100 % ihrer Produktion; als es zur EURO-Krise kam, waren wir davon betroffen.

Der EURO wurde zu schwach – oder der Franken zu stark. Das Ergebnis war, dass schweizerische Produkte über 20 % teurer wurden! Die Kombination aus Rezession und teurem Produktangebot war eine extreme Situation.

Ich glaube aber nicht, dass die Rezession innerhalb der Schweiz zu schlimm war. Trotzdem würde ich sagen, dass die Erholung länger als in Deutschland gedauert hat. Die eigene Währung kann sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein.

Haben sich aus der Rezession auch Chancen ergeben?

Weil die Rezession in der Schweiz einerseits nicht so schlimm war, ergaben sich aus ihr andererseits nicht so viele neue Chancen. Einige Unternehmen stiegen daher in die Solar- und Windturbinenbranche ein, um eine neue Chance beim Schopf zu fassen. Nun gut, das trifft auf alle modernen erneuerbaren Energieindustrien zu.

Die Lebensmittelindustrie wuchs, da mehr mit dem Kochen daheim begannen und eventuell außer Haus speisten, statt im Ausland Urlaub zu machen; ich denke aber, dass dies auch in anderen Ländern der Fall war.

Derzeit liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,55 Prozent. Ein kleines Land hat seine Vorteile.

Und wie Sie wissen, haben wir umwerfende Schokoladen. Wenn also das Leben nicht sehr rosig aussieht, kann man dem stets durch Schokoladeessen abhelfen! (Gelächter)

Wie ist HW-TEC zu diesen Zeiten erfolgreich geblieben?

Unser Umsatz hat ein wenig gelitten; schließlich investierten Unternehmen nicht viel in neue Maschinen und andere Produkte, wo unsere Erzeugnisse installiert werden. Glücklicherweise mussten wir niemanden entlassen. Jeder in unserem Unternehmen kann mehrere Dinge gleichzeitig tun, selbst die Männer! (erneutes Gelächter!) Mitarbeiter können verschiedene Aufgaben erledigen.

Worin bestehen Ihre Zukunftspläne? Zeichnen sich für Sie neue Chancen ab?

Zukunftspläne? Meinen Sie Urlaub? (noch mehr Gelächter) Wir haben unseren Personalbestand ausgebaut; wir haben einen neuen Geschäftsführer und einen Verkaufsleiter für den französischsprachigen Teil des Landes, weil wir genau dort wachsen wollen.

Außerdem planen wir, unsere Marketing-Aktivitäten über eine neue Website auszubauen – dabei ist es unseren Kunden möglich, Produktzeichnungsdateien herunterzuladen, können wir mehr Mailshots durchführen usw. Es ist wichtig, nie zufrieden zu sein, selbst wenn es uns geschäftlich gut geht, sondern stets nach neuen Chancen zu suchen und neue Kunden zu finden.

Wie sieht es mit den allgemeinen Wachstumschancen in der Schweiz aus?

Vielleicht die erneuerbare Energieindustrie? Manchmal schaffen neue EU-Gesetze neue Nachfrage für die Maschinenindustrie, und wir werden selbstverständlich durch das Geschehen in der EU beeinflusst.

Wie wappnen Sie sich strategisch, um hochwertige Produkte wie die Ihren gegen den Ansturm der Billigkonkurrenz aus Fernost zu schützen?

Glücklicherweise ziehen viele schweizerische Unternehmen es vor, mit anderen örtlichen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Ein lokaler Markt kann gute Lieferzeiten bieten, und da schweizerische Produkte einen Ruf für sehr hohe Qualität genießen, braucht man natürlich dazu passende Komponenten im Endprodukt.

Außerdem ziehen schweizerische Unternehmen die Flexibilität vor. Wenn man mit dem Fernen Osten zusammenarbeitet, kann man nicht immer die gewünschten Spezifikationen oder benötigten Lieferzeiten bekommen.

Wie bauen Sie neue Beziehungen zu Kunden in der Schweiz und/oder Europa auf – Internetwerbung, Messen, Mailings, Klinkenputzen?

Wir gehen zu vielen Messen, um neue Kunden zu finden. Wenn wir mit einem Unternehmen in einer Branche Glück haben, dann finden wir ganz einfach mittels Google heraus, wer sonst noch in derselben Branche tätig ist und an unseren Produkten interessiert sein könnte. Das hört sich einfach an, warum aber das Leben verkomplizieren! Außerdem ermutigen wir unser Personal, branchenbezogene technische Zeitschriften und Internetartikel zu lesen, um auf Ideen zu kommen.

Patrick, worin bestehen, in Ihrer neuen Rolle als Geschäftsführer, Ihre Ziele und Ihre Marschrichtung für HW-Tec?

Auf jeden Fall die Aktualisierung unserer Marketing-Aktivitäten. Zum Beispiel die Website, Newsletters, neuer Server, besserer Support für unsere Mitarbeiter mit aktualisierten internen Programmen, damit sie rationeller arbeiten können. Ich möchte, dass sie die Kunden schneller bedienen können und mehr Zeit darauf verwenden, sich generell mit Kunden zu befassen, anstatt Zeit mit Schreibarbeiten zu verschwenden.

Gibt es erfolgreiche Fallstudien, die Sie mit uns teilen möchten?

Wo können wir beginnen? Accuride-Produkte werden täglich an so viele Branchen verkauft, dass wir allein dafür eine andere Story schreiben könnten.

Ich glaube aber, dass wir ein Vertrieb sind, der nicht nur Ihre Produkte verkauft, sondern auch neue für Sie erfindet. Wir plagen Sie immer mit neuen Ideen! (schmunzelnd) Wir arbeiteten eng mit Ihnen an der Entwicklung Ihrer Linearsystemschiene 0115RC, die allen neue Märkte eröffnet hat.

Und zu guter Letzt – wie lautet Ihr Lebensmotto?

Beat – Froh sein!
Patrick – dem schließe ich mich an! Positives Denken! Chancen im Leben finden.

www.hw-tec.ch

What.How.When.

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